Kirche + Welt Internet Ausgabe

Kirche und Welt - Nr. 09/2004 April - 22.04.2004   Zurück zur Übersicht   Kirche und Welt abonnieren

Seit Dienstag, dem 27. April 2004, findet in Pittsburgh, im US-Bundesstaat Pennsylvania, die Generalkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) statt.

Momentan tagt die Generalkonferenz der EMK

Das Gelände der Generalkonferenz 2004von Patrick Streiff

Die Generalkonferenz findet nur alle vier Jahre statt. Sie ist das höchste gesetzgebende Gremium der Kirche. Knapp 1'000 Delegierte aus allen Jährlichen Konferenzen werden sich für zehn Tage versammeln. Unter ihnen sind 178 Delegierte aus Europa, Afrika und den Philippinen. Diese Zahl ist höher denn je, da die Kirche in Afrika und den Philippinen wächst. Allerdings ist noch ungewiss, wie viele dieser Delegierten die derzeit hohe Hürde der Einreisebestimmungen in die USA überwinden können. Jede Jährliche Konferenz entsendet als Delegierte mindestens einen Laien oder eine Laienfrau und einen Pfarrer bzw. eine Pfarrerin. Aus der Jährlichen Konferenz Schweiz–Frankreich sind es David Bühler, Leiter der „Backpackers-Villa“ in Interlaken, und Patrick Streiff, Pfarrer in Biel.

Im März haben alle Delegierten drei Bände an Dokumenten mit insgesamt 1'500 Seiten erhalten. Darin sind die rund 1'600 Anträge sowie die Berichte der Generalkonferenzbehörden enthalten. Zum ersten Mal sind diese Dokumente auch auf französisch und portugiesisch übersetzt worden. Während der Generalkonferenz wird eine Simultanübersetzung in französisch, deutsch, spanisch, portugiesisch und swahili angeboten. Es ist ein Zeichen der Offenheit und Bereitschaft der amerikanischen Mehrheit in der Kirche, der ausser-amerikanischen Minderheit eine gute Möglichkeit der Beteiligung an den Entscheidungen der Gesamtkirche zu geben.

Da jede Jährliche Konferenz, jede Gemeinde, ja sogar jedes einzelne Mitglied einen Antrag an die Generalkonferenz stellen kann, ist es nicht verwunderlich, dass so viele Anträge vorliegen. Die Anträge behandeln gewünschte Veränderungen in der Kirchenordnung (Verfassung, Lehre, Soziale Grundsätze, Organisation und Verwaltung) oder Resolutionen über einen weitgespannten Bereich von Themen. Um all diese Fülle in zehn Tagen bearbeiten zu können, teilen sich die Delegierten in der ersten Woche in fünf vorberatende Kommissionen auf, so dass nur noch die kontroversen Geschäfte im Plenum behandelt werden müssen. Die Entscheidungen der Generalkonferenz sind bindend. In den Bereichen von Organisation und Verwaltung sowie von Liturgie und Gesangbuch haben die Zentralkonferenzen ausserhalb der USA die Möglichkeit, diese Entscheide an die regionalen Gegebenheiten anzupassen.

Die Generalkonferenz besteht zum Glück nicht nur aus Sitzungen. Sie lebt von den Gottesdiensten und dem Gesang, die jeden Arbeitstag eröffnen. Sie bereichert durch die Begegnungen mit Delegierten aus anderen Ländern. Sie gibt Einblick in einen weiten Horizont von Aufgaben und Diensten. Seit den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts hat sich die Mission der EMK in viele neue Länder ausgebreitet. In Europa kam es im Baltikum und in der ehemaligen Sowjetunion zum Wiederaufbau von Gemeinden. Aus den neuen Missionsgebieten in Asien ist uns die Arbeit in Kambodscha vertraut. In Afrika hat die autonome Methodistenkirche der Elfenbeinküste um Aufnahme in die weltweite EMK gebeten. Damit werden rund 1,5 Millionen Mitglieder dazu kommen und das Französische wird zur zweithäufigsten Sprache in der EMK werden.

Unter den vielen Themen an der Generalkonferenz wird bestimmt die Diskussion über Homosexualität in den Medien am meisten Widerhall finden. Manche Medien werden sogar nur darüber berichten. Doch viele andere Themen sind meines Erachtens wichtiger und darunter auch die Frage nach der Solidarität zwischen arm und reich. Die wirtschaftliche Rezession gefährdet die Weiterführung von Projekten in vielen missionarischen Initiativen der letzten Jahre. Auch in unserer eigenen Zentralkonferenz kennen wir die Herausforderung einer zahlenmässig wachsenden Arbeit in wirtschaftlich schwachen Ländern in Mittel- und Südeuropa. Die Generalkonferenz wird über mehrere Initiativen beraten, die die weltweite Mission der Kirche stärken sollen. Der Entscheid wird davon abhängen, ob es gelingt, die Delegierten – und später die Glieder in den Gemeinden - für solche Aufgaben zu motivieren.

Wir danken für alle Begleitung der Tagung der Generalkonferenz vom 27. April bis 7. Mai 2004 im Gebet und hoffen, dass die Beratungen und Entscheidungen in Pittsburgh gute Auswirkungen auf den Dienst der Kirche haben werden.
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Auch in der aktuellen Ausgabe von kirche+welt:

- Tipps und Anregungen, wie man miteinander die Gemeinde leiten soll
- Filmrezension zu "The Passion of the Christ"
- Was eine chilenische Gast-Pfarrerin in Basel tut

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Links:

Die Homepage der Generalkonferenz 2004

Alle bisherigen Informationen zur Generalkonferenz 2004 (in englischer Sprache)



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