Kirche + Welt Internet Ausgabe

Kirche und Welt - Nr. 19/2003 Oktober - 16.10.2003   Zurück zur Übersicht   Kirche und Welt abonnieren

Ein Beitrag zu Apostelgeschichte 18 unter der Rubrik "Treffpunkt Bibel"

Paulus in....?

von Claudia Haslebacher

Paulus trifft im mulitkulturellen, mulitreligiösen, ethnisch gemischten Korinth ein. Korinth ist eine grosse Handelsmetropole, eine Grossstadt und liegt zwischen zwei wichtigen Meereshäfen. Sie hat als neuerbaute, römische Stadt, Sitz des Prokonsuls der Achaia, zentrale Bedeutung. Sie liegt an der wichtigsten Verbindungsstrasse von Rom nach Kleinasien und Syrien. Dort war für lebenslustige Leute, Gauner und Erwerbstätige alles zu finden, was sie brauchten. Hier sollte Paulus von Jesus Christus erzählen, von dem Gott, der mit ihnen in Beziehung tritt, der mehr ist als Folklore, als eine Statue im Tempel, eine mythische Schicksalsmacht.
Etwa fünf Jahre später schreibt Paulus nach Korinth: Die Botschaft vom Kreuz ist für diejenigen, die nicht daran glauben, reiner Unsinn - für uns aber, die wir glauben, eine Macht Gottes. Die Korinther empfanden die Botschaft von Paulus als Quatsch! Götter sind entweder unsterblich - oder keine Götter. Gottheiten haben Macht, sie sind unser Schicksal. Götter laden nicht ein zu Liebe und Freundschaft.
Paulus beginnt mit seiner Aufgabe in der jüdischen Gemeinde von Korinth. Dort kommt es aber zum Bruch. Der Messias, so die Überzeugung, wird Gottes Reich herstellen, er wird nicht gekreuzigt werden. Das ist eine Gotteslästerung, was du uns erzählst - Unsinn!
Paulus lebt und wirkt auf harten Boden: was hilft ihm in dieser Situation weiter?

1. Die Zusage Gottes
?Mach weiter, predige weiter, ich habe ein grosses Volk in dieser Stadt³, sagt Gott dem Paulus im Traum. Paulus weiss, dass er nicht einer Spinnerei nachjagt, sondern den Auftrag Gottes erfüllt. Das macht ihn stark. Er weiss: Jesus selber hat mich gerufen, Jesus selber schickt mich zu den Menschen, um ihnen von ihm zu erzählen. Dabei erlebt er, dass manches nicht so klappt, wie er es will - sich aber Jesu Wege öffnen.

2. Paulus hat viele Freunde
Aquila und Priscilla - ein Ehepaar, das wegen seines Glaubens aus Rom flüchten musste, dessen Herz aber brannte für Jesus Christus. Sie hatten sich von der Flucht nicht entmutigen lassen, sondern eine neue Existenz als Zeltmacher aufgebaut. Sie gaben Paulus Unterkunft und Arbeit. Sie begleiteten ihn auf der Weiterreise und waren später in Rom wichtige Ansprechpartner für ihn. Ohne Christinnen wie Priscilla und Aquila kann heute keine Gemeinde lange leben. Weitere Freunde halfen ihm: seine Begleiter auf der Missionsreise, Krispus, der Synagogenvorsteher und andere. Als seine Begleiter in Korinth eintreffen, kann Paulus die Sorge um seinen Lebensunterhalt aufgeben und sich ganz der Verkündigung widmen.

Christsein in einer mulitreligiösen, mulitkulturellen, multi-ethnischen Gesellschaft - das kenne ich. Ich kann das nicht ändern - muss es auch nicht. Der Auftrag und die Zusage sind die gleichen wie zu Paulus? Zeiten - alle Menschen haben das Recht darauf, das Evangelium zu hören. Gott sendet dich und mich: ob du eher ein Paulus bist, oder eher eine Priscilla, ein Titus, oder Krispus - Christen und Christinnen sind verschieden - Gottes Liebe bleibt die Gleiche, gestern, heute und morgen.

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Weitere Beiträge in dieser Ausgabe:

- In Adelboden und Frutigen konnte gefeiert werden: 40 Jahre Hotel Alpina und 100 Jahre Friedenskapelle
- Interview mit Christine Bickel-Vetsch, Landratspräsidentin im Kanton Glarus
- Reaktionen aus der Leserschaft zum Beitrag von Felix Wilhelm-Bantel

Links:

Apostelgeschichte 18 in der Bibel (Übersetzung 'Hoffnung für alle')

Mutmachende Texte zur Apostelgeschichte

Biographische Angaben zur Person Paulus



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