Kirche + Welt Internet Ausgabe

Kirche und Welt - Nr. 06/2003 März - 17.03.2003   Zurück zur Übersicht   Kirche und Welt abonnieren

In 2. Joh. Kap. 10+11 steht, wenn jemand zu uns kommt, der nicht die richtige Lehre bringt, den sollen wir nicht ins Haus nehmen und ihn nicht grüssen.Steht das nicht im Widerspruch zu der Freundlichkeit zu allen Menschen, zu der wir erzogen worden sind?

Ich habe eine Frage...

von Markus Lindenmann

In 1. und 2. Johannes werden Christen angeschrieben, die in einem Schmelztiegel religiöser Einflüsse leben. Christlich-biblisches Gedankengut wurde bedenkenlos mit Ideen aus der jüdischen Mystik, alten Mysterienkulten und philosophischen Systemen vermischt. Die Menschwerdung Christi wurde geleugnet. Dafür wurde ein "höheres" Christsein versprochen.
Manche dieser Irrlehrer, heute würden wir von Sektierern reden, praktizierten offenbar einen aufdringlichen missionarischen Eifer und dies besonders gegenüber den Christen. Auf ein noch besseres Christsein lassen sich ja vor allem solche Menschen ansprechen, denen man weis machen kann, sie hätten eine erste Stufe erreicht – aber eben nur eine erste Stufe.
Johannes nennt diese Leute Verführer und Widerchristen (V 7). Sie verführen die dazu, nicht mehr auf Christus und die Erlösung durch ihn allein zu vertrauen, sondern Christus zu leugnen. Sie verführen zum Abfall. Johannes rät: Lasst diese Leute nicht in euer Haus. Grüsst sie auch nicht. Mit dem Gruss verbunden war in der Regel eine Form der Segnung des andern. Es ging also nicht nur um ein "Hallo!" Es ging um einen Gruss, bei dem man sich intensiver mit dem andern einliess.
Nur – die Leute wird man nicht mehr los. Wenn sie einmal im Haus gewesen sind, versuchen sie, immer wieder zu kommen. Wenn man sie gesegnet hat, also auf "gute, christliche Art" mit ihnen ein paar Worte gewechselt hat, dann hängen sie wie Kletten an einem fest.
Zur Freundlichkeit zu allen Menschen, die biblisch ist und die uns anerzogen wurde, stehen die Worte des Johannes nicht im Widerspruch. Sie sagen aber: Baut den Menschen keine Brücken in euer Haus und in Euer Herz. Sie werden sonst für euren Glauben gefährlich. Lasst euch nicht in Diskussionen mit ihnen eine. Ihr werdet höchstens verunsichert – bei den andern sind eure besten Worte – auch Bibelworte – verlorene Liebesmüh.

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