Kirche + Welt Internet Ausgabe

Kirche und Welt - Nr. 12/2003 Juni - 05.06.2003   Zurück zur Übersicht   Kirche und Welt abonnieren

Lieber Leser, haben Sie genug von den vielen schlechten Nachrichten? Okay, dann möchte ich mit Ihnen über die kürzeste und beste Nachricht nachdenken, die die Bibel uns zusagt: Ja!

Die beste Nachricht: Ja!

von Stefan Zolliker

Im 2. Kor. 1, 19.20 schreibt Paulus vom grossen Ja Gottes in Jesus Christus: Denn Jesus Christus, der Sohn Gottes, war nicht ja und nein zugleich. In ihm ist das reine Ja Wirklichkeit geworden. Mit ihm sagt Gott ja zu allen seinen Zusagen.

Nun, so einfach dürfte es gar nicht sein, sein Leben von diesem Ja Gottes her zu führen. Ich tue mich oft schwer, einfach ja zu sagen, ohne gleich schon wieder ein „aber“ nachzuliefern. „Ja, aber …ja, wenn…“ So flüstert mein Hinterstübchen oft. Ganz im Stil der folgenden Geschichte:

Ein Prediger versammelte auf dem Marktplatz einer kleinen Stadt viele Leute um sich. Er sagte: "Ich möchte euch allen eine gute Nachricht verkünden." Die Leute hörten gespannt zu, denn für eine gute Nachricht waren sie immer zu haben. Die Welt war schließlich voll von schlechten Nachrichten. Gute Nachrichten gab es selten. „Gott ist Liebe“, verkündete der Prediger. "Gott ist nichts als Liebe. Er liebt jeden von uns und belohnt uns nach diesem Leben mit seinem Himmel, wenn wir seine Gebote befolgen." "Wenn?", unterbrach ihn einer aus der Menge. "Wenn ..., wenn ich schon das Wort ‚wenn’ höre, dann ist deine Nachricht doch nicht ganz so gut, oder?"

Gott ist Liebe. Er sagt ja. Er sagt ja und amen zu mir. Ich will lernen, das Ja gelten zu lassen. Ich will lernen, mich in dieser Liebe zu sonnen. Ich bin angenommen.
Alle Erneuerung, Heilung, Veränderung, beginnt damit, dass ich einmal hinschauen kann, was wirklich Sache ist. Alles Gute beginnt damit, dass ich zuerst bejahe, wie es ist, und was es ist.

Wie Erich Fried im Gedicht Was es ist so treffend beschreibt:

Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
Sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist, was es ist
sagt die Liebe.

Ja sagen heisst, etwas zu nehmen, wie es ist. Das gelingt mir nicht von selbst. Das kann nur die Liebe. Wie hat Jesus gelehrt: „Eure Rede sei ja, aber …“? Bloss nicht!
„Eure Rede sei ja, ja; nein, nein.“ Von denen, die nur Nein sagen können, gibt es genug. Von solchen, die gelernt haben zuerst einmal bedingungslos Ja zu sagen, braucht es mehr!

Weitere Texte in kirche+welt Nr. 12/2003:

- Schwerpunktthema John Wesley:
Gedanken über den Methodismus
Geburtstagsbrief an John Wesley
Briefe von John Wesley an Laienpredigerinnen
Anweisungen für den Gemeindegesang
- Ein Öknonom liest die Bibel, Teil 3: Die Club-Kirche
- Die Pfarrer der EMF stellen sich vor

Links:

Die Bibel online (Luther-Übersetzung)

Eine Predigt zu Ja-Sagern und Nein-Sagern



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