Kirche + Welt Internet Ausgabe

Kirche und Welt - Nr. 22/2002 November - 14.11.2002   Zurück zur Übersicht   Kirche und Welt abonnieren

Vom 9. - 13. Oktober 2002 fand in Strumica (Makedonien) die Tagung der Jährlichen Konferenz der Bundesrepublik Jugoslawien und der Republik Makedonien statt.

Von Gott zur Hoffnung berufen

Werbung MusiCreativ Horgenvon Bischof Heinrich Bolleter

Die Hoffnung in der Evangelisch-methodistischen Kirche im Balkan stützt sich nicht auf ein Wunschdenken von zukünftiger Prosperität. Die Hoffnung beruht auf Erfahrung von Gottes Kraft und Hilfe in den vielen Jahren der Not und der Unterdrückung. Das Erleben der Gemeinden ist, dass Gott Angst und Verzweiflung vertreibt und freisetzt, um für andere da zu sein.

120 Jahre EMK-Gemeinde in Strumica
Die Anfänge führen uns zurück in die Geschichte Makedoniens unter dem türkischen Joch. Die Kongregationalisten hatten im 18. Jahrhundert die Mission in Makedonien unter schwersten Verhältnissen begonnen. Nach dem ersten Weltkrieg zerfiel das türkische Grossreich und die heutige Republik Makedonien wurde ein Teil des damals neugegründeten Königreiches der Serben, Kroaten und Slowenen. Nach dem 1. Weltkrieg setzten die Kongregationalisten neue Prioritäten in der Mission. Sie übergaben darum 1922, also vor genau 80 Jahren, die Mission in Makedonien der Bischöflichen Methodistenkirche. Dies geschah anlässlich der Jährlichen Konferenz in Novi Verbas (Serbien). Diese Verbindung zwischen Nord und Süd im ehemaligen Jugoslawien hat sich trotz vieler Umbrüche in den vergangen 80 Jahren bis heute bewährt. So haben die Konferenzdelegierten us dem Norden und aus Makedonien gemeinsam dieses Jubiläum in Strumica gefeiert. Auf das Jubiläum in wurde auch das Büro- und Wohnhaus gegenüber der Kirche in Strumica vollendet. Es beherbergt die Büros für die Verlagsarbeit in Makedonien. Durch diesen Raumgewinn konnten in der alten Pastorenwohnung in der Kirche die Büros des Distrikts Makedonien eigerichtet werden.

Die politische Lage im Süden
Der Superintendent erinnert an das vergangene Jahr mit den politischen Unruhen in Makedonien, welche einem Bürgerkrieg sehr nahe kamen. Im Zusammenhang mit der friedensfördernden Politik des Staatspräsidenten, welche nicht allen politischen Kräften gefiel und auch von einzelnen Exponenten der Orthodoxen Kirche nicht mitgetragen wurde, ist auch unsere Kirche mit vielen Drohungen eingedeckt worden. Obschon nach den Wahlen im September die neue Regierung noch nicht gebildet war und der Präsident interimistische die Aufsicht über viele Geschäfte wahrnehmen musste, liess er es sich nicht nehmen, einen halben Tag und auch den Abschlussgottesdienst mit den Glaubensgeschwistern in der Konferenz zu verbringen. Selbstverständlich wurde in der Konferenz auch über die Verleihung des Friedenspreises des Weltrates Methodistischer Kirchen an Boris Trajkovski berichtet und durch die Konferenz entsprechend gewürdigt. In Makedonien hat die Evangelisch-methodistische Kirche im vergangenen Jahr eine Anerkennung mit Verfassungsrang bekommen. Sie ist mit der Orthodoxen Kirche, den Katholiken den Israeliten und den Muslimen in der Verfassung eingetragen. Das ist die Frucht der intensiven Mitarbeit der Kirche in der staatlichen Kommission für religiöse Angelegenheiten.

Personelles
Zwei Ordinationen geben Hoffnung auf Nachwuchskräfte. Eine Frau aus dem Norden und ein junger Familienvater aus dem Süden wurden zu Ältesten ordiniert und in die volle Verbindung mit der Konferenz aufgenommen. Im Süddistrikt wurden zwei junge Männer nach ihrem Studium in Waiern auf Probe aufgenommen. Im Norden gibt es eine ganze Anzahl von Kandidaten für das Predigtamt.

Bedeutung der Seelsorge und des Aufbaus der Infrastruktur
Der Superintendent aus dem Norddistrikt, Martin Hovan, hat darüber gesprochen, dass wir nicht Einzelkämpfer sind. Wir alle brauchen einen
Gefährten (Syzygos). In den schwierigen Zeiten brauchen wir alle manchmal eine Zeit, um durch zu atmen. Da ist es gut mit einem "Syzygos" rechnen zu dürfen. In einem Kampf des Überlebens werden wir schnell zu Konkurrenten. Da ist die seelsorgerliche Haltung eines Weggefährten oder einer Weggefährtin ein vielsagendes Zeugnis.
In der Region der Backa wird eifrig gebaut. In Pivnice konnte mit der Hilfe von Partnern in Deutschland und England ein Gebäude im Hof errichtet werden. Es beherbergt Räume für die Kinder und Jugendarbeit. In Kisac ist das zweite
Gebäude des Missionszentrums unter Dach und die Wohnung für die Pastorin eingerichtet. In der Prioritätenliste für Bauten soll nun die Gemeinde in Jabuka erste Priorität bekommen. Aber auch in Verbas drängt man auf eine Instandstellung der alten Kathedrale mit den zwei Türmen aus der Zeit der deutschen Siedler in der Backa.

Die Entwicklung in Nord und Süd ist sehr positiv zu beurteilen. Finanziell ist aber die Jährliche Konferenz auf substantielle Hilfe aus der weiteren Connexio angewiesen. Für die Unterstützung im vergangenen Jahr wurde auch ein mehrfacher Dank ausgesprochen.

Links:

Infos über die EMK in Makedonien auf Englisch

Der Methodistische Friedenspreis 2002 für Boris Trajkovski

Gebetsaufruf für Makedonien aus dem Jahr 2001



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