Kirche + Welt Internet Ausgabe

Kirche und Welt - Nr. 11/2001 Mai - 23.05.2001   Zurück zur Übersicht   Kirche und Welt abonnieren

Zehn gute Gründe, um Pfingsten zu feiern

...unbedingt Pfingsten feiern!

von Peter G. A. Caley

Weihnachten feiern Sie wohl meistens in einem Gottesdienst. Karfreitag/Ostern auch. Aber wie feiern Sie Pfingsten? In der Tessiner Sonne oder in einem (hoffentlich nicht schon wieder verregneten) Pfingstlager? Was gibt es an Pfingsten zu feiern?

1. Es gibt kein grösseres Geschenk als den Heiligen Geist. Wenn Gott uns unsere Schuld nimmt, so gibt er uns dafür einen Geist - er schenkt uns sich selbst. Und diese Gabe bringt eine vielfältige Fülle göttlicher Gaben ans Licht.
2. Gott ist anwesend in unserer Gegenwart im Alltag. Er ist das grosse Geheimnis im Hintergrund, wo immer wir sind. "Es ist gut für euch, dass ich fortgehe" und der Heilige Geist zu euch kommt, sagte Jesus. "Er ist Gott mit uns" auf eine Weise, die es der irdische Jesus nicht sein konnte.
3. Wir haben einen Beistand bei uns. Er ist immer für uns da, um uns zuzureden. Durch ihn überwinden wir Verzagtheit. Wir finden Frieden, Hoffnung, Mut und Freude. Jesus nennt ihn den "Tröster". Gottes Verheissung war: "Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet" (Jes 66,13). Weil Ruach, das hebräische Wort für "Geist", weiblich ist, sprach Graf Zinzendorf vom "Mutteramt" des Heiligen Geistes, wodurch uns unsere Gotteskindschaft bewusst wird.
4. Der Geist Gottes ist nicht nur bei uns, er ist zuinnerst in uns zuhause. Wir sind sozusagen der Tempel, den er bewohnt. Welche Aufwertung des Menschen! Er ist dort zuhause, wo unser eigenes Geheimnis liegt, wo unsere tiefsten Sehnsüchte aufquellen, wo es in uns seufzt. Dort ist Gottes Geist am Wirken. Er nimmt sich unserer Schwachheit an und tritt für uns ein.
5. Er schafft ein neues Wesen in uns. Die Schöpfung ist sein Werk. Aus Chaos macht er heilvolle Ordnung. Der Geist macht lebendig - macht alles neu, und zwar vom Wesenskern her. Denn, um in Gottes Reich zu kommen, muss ich neu geboren werden.
6. Er ist die Triebkraft der Verwandlung. Die Ruach, Gottes Atem, ist ständig in Bewegung. Da sind Prozesse im Gang: Heilung, Befreiung, Heiligung, Liebe und Wahrheit kommen zum Zug. Er läutert wie Feuer, bewegt zu uneigennützigem Handeln, stellt unsere Gottesebenbildlichkeit wieder her.
7. Das, was fehlt, weil es menschliche Kraft übersteigt, gibt der Geist. "Geist" ist mehr als "Fleisch", und auch mehr als Buchstaben und menschliche Erkenntnis. Er macht nicht überheblich, sondern aufmerksam, achtsam, sanftmütig. Wie eine Souffleuse gibt er uns das richtige Wort zur rechten Zeit und die Geduld dranzubleiben.
8. Gottes Geist stiftet Gemeinschaft, Einheit in Christus, Versöhnung untereinander. Dank seinem Wirken überwinden wir Sprach- und Kulturunterschiede. Kirche mag institutionell aussehen. Doch das Wesen - grenzüberschreitende Gemeinschaft - ist seine Schöpfung.
9. Er gibt unserem Leben klare Ausrichtung. Er macht auf Jesus Christus aufmerksam und führt uns immer tiefer in die Wahrheit. "Er hat mich gesandt, damit ich den Armen gute Nachricht bringe..." (Jes 61,1 ff; LK 4,18f). Er hat der ganzen Heiligen Schrift ihre Stossrichung gegeben.
10. Gott führt alles zum Ziel - seine ganze Geschichte mit Israel, der Völkerwelt - und mir. Die tiefgreifendste Vision der Propheten war die Gabe, die "Ausgissung" seines Geistes. Durch das Pfingst-Ereignis kommt Gottes Liebe in dieser Welt zum Zug und zum Ziel.

Also: Schöne Pfingsten! Feiern Sie mit!

Links:

Über Pfingsten und Pfingstbräuche

Texte und Impulse zu Pfingsten

FinX10 - Pfingsten für junge Menschen

Das ganze Jahr Pfingsten - Ein Film zum Ausleihen

Pressemitteilung: Pfingstbotschaft 2001 der Präsidentinnen und Präsidenten des ÖRK



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