Kirche + Welt Internet Ausgabe

Kirche und Welt - Nr. 24/2001 Dezember - 05.12.2001   Zurück zur Übersicht   Kirche und Welt abonnieren

Filmtipp: Harry Potter und der Stein der Weisen

von Andy Schindler-Walch

Der erste Film um Harry Potter, dessen Bücher sich millionenfach verkaufen, erzählt die Geschichte eines Jungen, der als unerwünschter Waise bei seinen Verwandten leben und arbeiten muss, also so eine Art männliches Aschenputtel. Seine Eltern sind auf geheimnisvolle Weise umgekommen und an seinem elften Geburtstag erfährt Harry, dass er der Sohn zweier mächtiger Zauberer ist und selber über magische Kräfte verfügt, so dass er an der Hogwarts-Schule für Hexenkunst und Zauberei aufgenommen wird. Durch eine Mauer des Londoners King's Cross Bahnhofs findet er den Bahnsteig 9 ¾ und den Eintritt in ein Märchenland voller Zauberer, Riesen, Einhörner und Zentauren. Dort erlebt Harry mit seinen Freunden grosse Abenteuer und findet die Geborgenheit und die Familie, die ihm bis jetzt verwehrt geblieben sind.













Lohnt es sich, den Film zu sehen? Bedingt, aber wer Kinder hat, die Harry Potter-Fans sind (zu empfehlen sind hier noch besser die «Narnia»-Bücher von C.S. Lewis), wird wohl kaum daran vorbeikommen. Der Film ist eine nette Unterhaltung für Teenies, voller Spezialeffekte, und erzählt die klassische Heldengeschichte. Zeitweise ist der Film bei einer Länge von rund 150 Minuten etwas langatmig.
Ich empfehle, dass sich Kinder, im Alter nicht unter 12 Jahren (wegen einiger dramatischer Szenen), den Film zusammen mit den Eltern ansehen sollten, um danach gemeinsam darüber zu reden. Dies kann man, auch ohne die Bücher gelesen zu haben. Der Autorin J.K. Rowling, die massgeblich Einfluss auf den Film hatte, ist es clever gelungen, die Probleme und Wünsche von Kindern anhand von Harry Potter in eine moderne Märchenform zu verpacken. Treffend hat es ein guter Freund von mir, der das erste Buch gelesen hat, in drei Punkten formuliert: Harry Potter erfährt eines Tages, das er aussergewöhnlich und berühmt ist. Welches Kind möchte nicht auch einmal im Rampenlicht stehen? Er hat Probleme mit den Stiefeltern und der Zauberschule – die klassischen Eltern- und Schulprobleme eines Kindes und er erlebt spannende Abenteuer und sportliche Erfolge - wovon wohl fast jedes Kind träumt.
Den Vorwurf, der von Christen erhoben wurde, der Film würde okkulte Praktiken, eben Zauberei und Hexerei, für Kinder fördern oder bagatellisieren, kann ich nicht bestätigen. Das Ganze spielt sich fast ausschliesslich in einem Märchenland jenseits unserer realen Welt ab und da ist es halt normal, auf den Flügeln der Phantasie davon zu schweben oder anders formuliert, auf Besenstielen herum zu fliegen um Quidditch, eine Mischung aus Basketball, Rugby und Fussball zu spielen. Im Film steht weniger die Zauberei im Mittelpunkt, sondern vielmehr als Märchen die erwähnten Themen, die Kinder eben beschäftigen. Und dass Märchen wie Harry Potter nicht nur Kinder ansprechen und zeitlos sind, wissen wir spätestens seit der Sammlung der Brüder Grimm.

Links:

Die Harry Potter-Seite von Warner Brothers zum Film

Eine Fanseite zu Harry Potter

Steit um Harry Potter im Internet

Bücher zu Harry Potter



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